Rainer Lukaschek
Facharzt für Allgemeinmedizin
Am Eickholtshof 14 . 46236 Bottrop . 02041 5673760

Einleitung Akupunktur

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat sich vor mehr als 2500 Jahren entwickelt und umfasst neben der Akupunktur – die im Westen am meisten angewendet wird – eine umfangreiche Pflanzenheilkunde, eine Ernährungslehre, spezielle Massagetechnik (Tuina) sowie Atem-Bewegungsübungen (Qi gong, Tai chi).

Sie fußt im wesentlichen auf dem Konzept der Lebensenergie (Qi) und dem Yin-Yang-Konzept.
Qi ist die Basis aller Phänomene. Qi ist das, worum sich alles dreht. Es ist die vitale Kraft, ohne die nichts funktioniert. Im menschlichen Körper ermöglicht das Qi die Funktionen der einzelnen Organe. Der Mensch fühlt sich fit und leistungsfähig. Er hat genügend Kraft und Ausdauer entsprechend seinem Alter und Geschlecht. Fehlt es an Qi, fühlen wir uns schlapp und müde, haben weder Kraft für körperliche noch für geistige Aktivität. Ein Mangel an Qi kann sowohl zu Depression und Ängsten als auch zu Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen führen.

Nahrungsmittel, die genug Qi besitzen, können den Hunger stillen und uns die Kraft geben, die wir zur Bewältigung unserer Aktivitäten brauchen.
Lebensenergie (Qi) kann man nur durch gute Ernährung und über den Atem (Lunge) erhalten. Daher sind für die chinesiche Medizin die Ernährung und die Atmung (Qi gong) auch entscheidende therapeutische Maßnahmen.

Die Theorie des Yin-Yang entspringt der taoistischen Naturphilosophie und ist die wichtigste Grundlage der TCM. Alles lässt sich in zwei Polaritäten teilen: Yin und Yang.
Alle Naturphänomene und auch alle Veränderungen des Lebens (und auch der Krankheiten) lassen sich aus diesem Wechselspiel von Yin und Yang erklären. Yin und Yang sind aber keine ausschließlichen Gegensätze wie in der digitalisierten Welt (Es gibt nur ja oder nein), sondern bedingen sich wechselseitig. Dies wird in dem berühmten Symbol von Yin und Yang dargestellt. Es heißt: „Das höchste Grundprinzip“ (Tai Ji) und zeigt wechselseitige Abhängigkeit auf. Im Yin gibt es immer auch ein Yang und im Yang auch immer ein Yin. Danach wäre der Mann mehr Yang, die Frau mehr Yin – aber es gibt männliche Yang-Anteile bei der Frau und weibliche Yin-Anteile beim Mann. Dies ist auch in der westlichen Medizin selbst auf der Hormonebene der Fall: Beide Geschlechter haben in unterschiedlichem Ausmaß männliche und weibliche Sexualhormone.

Es kann gesagt werden, dass auf dem Boden der Yin-Yang-Theorie jeder physiologische Vorgang im Körper, jedes Symptom, jede Diagnose- und Behandlungsmethode ihre Grundlage findet.

























nach oben

















nach oben