Rainer Lukaschek
Facharzt für Allgemeinmedizin
Am Eickholtshof 14 . 46236 Bottrop . 02041 5673760

Einleitung

Eine Grundvoraussetzung für menschliche Existenz und Gesundheit ist eine quantitativ und qualitativ angemessene Ernährung. Die Bevölkerung der wohlhabenden Industrieländer steht derzeit vor dem Problem, aus dem unüberschaubaren Nahrungsangebot die richtigen Lebensmittel auszuwählen. In den Nachkriegsjahren wurden vor allem kohlenhydratreiche Lebensmittel verzehrt. Mit zunehmendem Wohlstand nahm die Fettzufuhr zulasten der Kohlenhydrataufnahme zu. Unsere Ernährung ist folglich zu energie- und fettreich bei gleichzeitig hoher Proteinzufuhr und niedriger Aufnahme von Ballaststoffen, bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen.
Die westliche Ernährungsweise verursacht somit ernährungsabhängige Erkrankungen. Krankheiten sind ernährungsabhängig, wenn ein bestimmtes Ernährungsverhalten eine Ursache bzw. ein Risikofaktor ist oder Ernährungsmaßnahmen in der Prävention die Entstehung oder in der Therapie den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen. Das Ausmaß der Ernährungsabhängigkeit ist teilweise nur schwer erfassbar.
Während z.B. ein Vitaminmangel allein durch Fehlernährung verursacht werden kann, sind andere Erkrankungen – wie die des Herz-Kreislauf-Systems – in der Regel multifaktoriell bedingt. In Deutschland und anderen Industrieländern sind ernährungsabhängige Krankheiten weit verbreitet und tragen wesentlich zur Morbidität und Mortalität der Bevölkerung bei. So sind in Deutschland etwa 15 Mio. Menschen übergewichtig und fast 4 Mio. leiden an Diabetes mellitus. Die häufigste Todesursache in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen (1997 jeder zweite Todefall). Auf Krebsleiden sind ein Viertel aller Todesfälle zurückzuführen.
Ernährungsabhängige Erkrankungen vermindern die Lebensqualität und verursachen erhebliche Kosten im Gesundheitswesen. Selbstverständlich dürfen ernährungsabhängige Krankheiten nicht nur unter dem finanziellen Aspekt betrachtet werden. Bedeutsam sind vor allem die Vermeidung von physischem und psychischem Leid der Menschen und die Erhaltung bzw. Steigerung von Lebensqualität. Hierzu können Ernährungsmaßnahmen sowohl in der Prävention als auch in der Therapie von Erkrankungen wesentlich beitragen.